Ich muss zugeben, dass ich anfangs skeptisch war, ob diese Ausbildung das Richtige für mich ist, da ich gar kein Freund von Training nur mit Leckerlies und stimmlichen Kommandos bin. Außerdem bin ich mit Bailey relativ früh meinen Weg abseits von Trainern gegangen.
Der Start war auch beim Wunjo-Projekt etwas holprig, weil ich die erste Teilnehmerin mit Körperbehinderung war. Aber ich muss sagen, dass sich nach einem Kennenlernen, Stephanie und ihr gesamtes Team voll und ganz auf meine Situation eingelassen haben. Für körperlich eingeschränkte Menschen kann ich sagen, dass die Trainingstage schon eine konditionelle Herausforderung für mich waren (Treppen hoch und runter, Fahrten zu Einsätzen).
Trotzdem lohnt es sich. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich in der Ausbildung in meiner vorhandenen Erziehungs- und Arbeitsweise unterstützt wurde. Mir wurde keine Trainingsweise aufgezwungen, sondern es wurde mit dem, was schon da ist, gearbeitet. Gleichzeitig wurden neue Impulse gegeben. Bailey wollte zum Beispiel durch einen Bissvorfall nicht mehr spielen. Sie schaute anderen Hunden — fast schon etwas wehmütig — beim Toben zu, aber traute sich nicht mitzumachen. Durch ein Eintagesseminar mit Susanne Gerschel über objektfreies Spiel platzte der Knoten und jetzt „muss“ ich jeden Abend raufen. Langsam fängt Bailey auch wieder an, andere Hunde aufzufordern. Vielen Dank dafür! Jetzt fühle ich mich auf jeden Fall gewappnet, meine Arbeit in Einrichtungen anzubieten und als Fachkraft mit Behinderung einen anderen Blickwinkel einzubringen.

